Seit über zwanzig Jahren ist er im Geschäft, der Schweizer Philipp Fankhauser ist als Bluesmusiker, Songwriter und Sänger längst ein alter Hase, der sich immer abseits des Mainstreams getummelt hat. Bei uns ist er leider immer noch viel zu wenig bekannt.
Beim Jazzfestival in Montreux Anfang der 80er Jahre erlebte er Musiker wie John Lee Hooker, B.B. King oder Stevie Ray Vaughan hautnah, das prägt. 1994 ging Philipp Fankhauser in den USA, der texanische Bluesmusiker Johnny Copeland hatte ihn als Gastsänger engagiert. Ein Traum ging in Erfüllung - Copeland blieb für den Schweizer das große Vorbild: «Bei und durch Johnny habe ich überhaupt erst gelernt, dass seelenvolle Musik mehr ist als drei Akkorde und zwölf Takte.»
Jetzt ist mit dem grandiosen «Love Man Riding» sein elftes Album erschienen, und man spürt, wie viel Fankhauser in Amerika gelernt hat. «Es geht nicht um Gitarren oder Harps als Mittelpunkt, sondern um Lieder, die etwas zu vermitteln haben», meint der Weltenbummler und charakterisiert damit ganz gut seinen Stil. Sieben Songs hat er selbst geschrieben, fünf stammen von Freunden. Erfolg hat er mittlerweile auch, «Love Man Riding» landete in den Schweizer Charts sofort weit vorne, auch sein letztes Album «Watching from the Safe Side» von 2006 verkaufte sich gut.
Als Hommage an sein großes Vorbild hat Fankhauser auch diesmal wieder einen Song von Johnny Copeland aufgenommen, das betörend filigrane «I Got a Love» war ursprünglich ein robustes Bluesstück. Aber es gibt noch eine zweite Liebe im Leben von Philipp Fankhauser, den Bossa Nova, und so findet sich der alte Richard Torrence-Hit «Rio de Janeiro Blue» ebenso auf dem Album. «Der Blues ist mein Ding, der Bossa Nova beflügelt», sagt der Sänger. Produziert wurde das perfekt arrangierte «Love Man Riding» übrigens von Dennis Walker, dem dreifachen Grammy-Gewinner und Produzenten von Robert Cray.
