Eine knisternde Blues-Scheibe, so verführerisch wie eine Kim Basinger, die nur den Hut anlässt: Philipp Fankhauser landet als „Love Man Riding“ einen Volltreffer!
Philipp Fankhauser liefert mit „Love Man Riding“ sein nunmehr elftes Album ab. Dem hört man ohne Frage an, dass hier ein alter Hase am Werk ist: Der 44-jährige Schweizer hat sich voll und ganz dem Blues verschrieben und viele Jahre in den USA gelebt. Dort sang er u.a. für den texanischen Musiker Johnny Copeland, der zu seinem Mentor und Vorbild wurde.
Seine neue CD hat Fankhauser mit einer Live-Band eingespielt, was die souligen Songs noch intimer und packender klingen lässt. Sieben davon stammen aus eigener Feder, die restlichen fünf Titel haben enge Freunde wie Fankhausers Produzent Dennis Walker oder der inzwischen verstorbene Copeland geschrieben.
Allesamt passen sie perfekt zur dunklen, rauen Stimme des „Joe Cockers aus der Schweiz“, wie ihn Schubladendenker sicher betiteln würden. Doch Fankhauser ist mehr als nur ein charismatischer und fähiger Sänger und Songwriter. Auch seine Gitarre beherrscht er meisterhaft.
Immer wieder lässt Fankhauser auch latein-amerikanische Elemente in die klassischen Blues-Arrangements einfließen. Hinter „Lonely In This Town“ könnte man glatt einen Carlos Santana vermuten. „Rio de Janeiro Blue“ verführt als bluesiger Bossa Nova – sexy Saxophon inklusive.
Überhaupt verbreitet „Love Man Riding“ fast durchgehend diese „You Can Leave Your Hat On“-Stimmung und es fehlt eigentlich nur noch Kim Basinger, die einen Strip hinlegt. Ganz großes Kino!
Fazit: Ein zeitloses Blues-Album für mehr als 9 ½ Wochen!
***** von *****
